Leitbild

Grundhaltung

Jeder Mensch hat Anrecht auf Entfaltung seiner Persönlichkeit, damit er sein Leben mit grösstmöglicher Selbständigkeit gestalten kann.

Alle Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen haben unabhängig des Schweregrades der Behinderung ein Entwicklungspotential und möchten dieses nutzen; sie können und wollen lernen. Es ist unsere zentrale Aufgabe, diese individuellen Möglichkeiten zu unterstützen.

Öffentlicher Auftrag

Die Nathalie Stiftung erfüllt einen von Bund und Kanton gesetzlich anerkannten Bildungsauftrag für Menschen mit einer geistigen und/oder autistischen Behinderung und verfügt über die Betriebsbewilligungen.

Der 1967 auf private Initiative gegründete Verein für einen heilpädagogischen Kindergarten wurde 1970 in die Nathalie Stiftung umgewandelt.

In der Heilpädagogischen Tagesschule und im Internat bietet sie Ausbildung, Förderung, Erziehung und Betreuung für Kinder und Jugendliche an, welche infolge einer geistigen oder mehrfachen Behinderung, Autismus und/oder Lernbehinderung den Ansprüchen der Regel-schule und Spezialklassen nicht gewachsen sind.

Die Beschäftigungs- und Wohnheime bieten grundsätzlich erwachsenen Menschen ab 18 Jahren mit einem schweren autistischen Syndrom und/oder einer schweren geistigen Behinderung einen Lebensort an.

Die Stiftung bemüht sich, auch Menschen mit einem autistischen Syndrom und problemati-schen Verhaltensweisen, die in anderen Institutionen keinen Platz finden, einen Wohn- und Beschäftigungsraum anzubieten und Bewohner nicht grundsätzlich aufgrund von spezifi-schen Verhaltensweisen abzulehnen.

Die Beratungsstelle Autismus und geistige Behinderung bietet Betroffenen, Eltern und Be-treuenden von Kindern und Erwachsenen mit Autismus und einer geistigen Behinderung fachspezifische Beratung an.

Angebot

Den Bedürfnissen der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen ist mit geeigneten Mitteln pä-dagogischer bzw. andregogischer und therapeutischer Art zu begegnen. Dazu werden zeitli-che und räumliche Strukturen, sowie die nötigen finanziellen und personellen Rahmenbedin-gungen gewährleistet.

Der Unterricht in den Klassen der Heilpädagogischen Tagesschule wird durch therapeuti-sche Angebote ergänzt.

Im Internat werden die Kinder ausserhalb der Schulzeiten betreut und gefördert. In Schulferien und an Wochenenden wird es als Ferienstation geführt und den Eltern als Entlastungs-möglichkeit angeboten.

In den Erwachseneninstitutionen sollen kleine Wohneinheiten, Haus und Garten als zentraler Ort des Tätigwerdens dienen, so dass den Bewohner/innen gemässe Lern- und Hand-lungsmöglichkeiten natürlichen Lebensraums stattfinden können. Die Heime sind 365 Tage im Jahr geöffnet.

Die Beratungsstelle dient als Anlaufstelle für Betroffene, Eltern und Betreuungspersonal au-tistischer und geistig behinderter Menschen. Sie bietet Unterstützung an bei erschwerten Erziehungs- und Betreuungsaufgaben.

Die Zentralen Dienste sind für die Administration, das Finanz- und Personalwesen, den Lie-genschaftsunterhalt, sowie für Verpflegung und Transport zuständig.

Die Konzepte werden laufend reflektiert, wenn nötig angepasst, und ergänzt. Regelmässige Auditierungen und das Qualtitätsmanagementsystem WQP (Werkmappe Qualitätsprozesse) des Heimverbandes Sektion Bern sind leitend in der externen und internen Aufgaben- und Prozessevaluation.

Personal

Das Personal ist sich der individuellen Anforderungen der Kinder, Jugendlichen und Erwach-senen bewusst. Es arbeitet ständig weiter an seiner eigenen Leistungsqualität, Fort- und Weiterbildung.

Die Nathalie Stiftung ermöglicht und fördert die interne und externe Weiterbildung sowie re-gelmässige Praxisberatung.

Schule und Internat bieten Praktikumsplätze an für Menschen, die sich für eine Ausbildung oder Tätigkeit in sonder-, sozialpädagogischen und therapeutischen Berufen interessieren oder entschieden haben.

Die beiden Wohnheime im Erwachsenenbereich bieten Ausbildungsplätze für die praxisbe-gleitende Ausbildung zum/ zur SozialpädagogIn FH/ HF. Sie verfügen über ein anerkanntes Praxisbildungskonzept.

Dem Berufsgeheimnis sind alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vertraglich verpflichtet. Die-se Verpflichtung bleibt auch nach der Beendigung des Arbeitsverhältnisses bestehen.

Leitung und Zusammenarbeit

Gemeinsame Aufgaben erfordern kooperatives Mitdenken und Handeln in klaren Strukturen und die Pflege einer gemeinsamen Unternehmenskultur.

Dem Stiftungsrat obliegt in erster Linie die strategische Führung und die Aufsicht über die Leitung der Stiftung. Er bestimmt in einem Reglement deren Organisation, Leitungsstruktur und Qualitätsentwicklung.

Die Aufgabe der Leitung ist die operative Führung der Betriebe. Der Führungsstil ist koopera-tiv und teamorientiert. Er erlaubt den Mitarbeitenden einen ihrer Kompetenz und Verantwor-tung angemessenen Handlungsspielraum.

Interesse, Offenheit und gegenseitiger Respekt bilden die Basis für eine gute Zusammenarbeit.

Die Eltern und Erziehungsverantwortlichen sind die wichtigsten Bezugspersonen der Kinder. Auch im Erwachsenenalter bleiben die Eltern und Geschwister zentrale Bezugspersonen. Die Zusammenarbeit wird in allen Fragen, die sie betreffen, gesucht.

Als privatrechtliche und gemeinnützige Institution mit Aufgaben der öffentlichen Hand sind wir an die Auflagen, Anforderungen und Weisungen der uns subventionierenden Behörden von Bund und Kanton gebunden. Die zugesprochenen finanziellen Mittel werden transparent und zweckmässig eingesetzt.

Öffentlichkeit und Vernetzung

Wir brauchen die Gesellschaft – die Gesellschaft braucht uns.

Solidarität mit den Schwächeren gehört zu den tragenden Werten unserer Gesellschaft. Es gehört zu unseren Aufgaben, diese Solidarität zu wecken und aktiv zu unterstützen. Die Chancen, Rechte und Ressourcen unserer behinderten Mitmenschen sollen in der Gesell-schaft erkannt, geachtet und gefördert werden.

Wir suchen und pflegen deshalb verbindliche oder punktuelle Zusammenarbeit mit verwand-ten Organisationen wie andere heilpädagogische Sonderschulen, Erwachseneninstitutionen, Verbände, Elternvereine, Beratungsstellen.